Klartext · von Winfried Altmann · Lesezeit etwa 7 Minuten

Schneeballsystem oder seriöse Empfehlung? Der Unterschied, den jeder kennen sollte

Neulich wurde ich direkt gefragt: Wenn ich mich da registriere und es weiterempfehle, ist das dann nicht ein Schneeballsystem? Ich liebe diese Frage. Sie zeigt, dass jemand mitdenkt, bevor er unterschreibt. Genau diese Skepsis verdient eine ehrliche, vollständige Antwort statt einer ausweichenden. Hier ist sie.

Was ein Schneeballsystem wirklich ist

Ein Schneeballsystem, auch Pyramidensystem genannt, funktioniert nach einem einfachen und zerstörerischen Prinzip: Das Geld kommt nicht aus dem Verkauf echter Produkte, sondern aus den Einzahlungen neuer Teilnehmer. Wer früh einsteigt, wird aus den Beiträgen derer bezahlt, die später kommen. Das Produkt, falls es überhaupt eines gibt, ist Kulisse.

Solche Systeme brechen mathematisch zwangsläufig zusammen. Schon nach wenigen Ebenen bräuchte man mehr Teilnehmer, als es Menschen gibt. Die große Mehrheit verliert ihr Geld, einige wenige an der Spitze gewinnen. Deshalb ist es kein Geschäftsmodell, sondern eine Umverteilung von unten nach oben.

Die Rechtslage in Deutschland: Schneeballsysteme sind verboten. Die sogenannte progressive Kundenwerbung ist nach § 16 Abs. 2 UWG eine Straftat, auf die Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe steht. Auch EU-weit sind Pyramidensysteme über die Richtlinie gegen unlautere Geschäftspraktiken ausdrücklich untersagt.

Was Empfehlungsmarketing dagegen ist

Empfehlungsmarketing und Direktvertrieb sind legale, seit Jahrzehnten etablierte Vertriebsformen. Der entscheidende Unterschied liegt in der Geldquelle: Hier entsteht das Einkommen durch echte Produktverkäufe an echte Endkunden. Die Provision ist nichts anderes als das, was sonst der Zwischenhandel, das Ladengeschäft oder die Werbeagentur bekommen hätte. Statt einen Werbespot zu bezahlen, bezahlt das Unternehmen die persönliche Empfehlung eines zufriedenen Kunden.

Ein Vergleich aus dem Alltag: Wenn dir dein Nachbar einen guten Handwerker empfiehlt und der Handwerker ihm dafür einen Gutschein gibt, käme niemand auf die Idee, von einem Schneeballsystem zu sprechen. Empfehlungsmarketing macht aus diesem Prinzip ein geordnetes, vertraglich geregeltes Modell.

Die Checkliste: So prüfst du jedes Angebot selbst

Verlasse dich nie auf die Eigenwerbung eines Anbieters, auch nicht auf meine. Prüfe selbst. Diese Fragen trennen seriös von verboten:

  1. Wovon lebt das System? Kommt das Geld aus Produktverkäufen an Endkunden, die das Produkt wirklich nutzen wollen? Oder hauptsächlich aus Gebühren und Paketkäufen neuer Teilnehmer? Letzteres ist das entscheidende Verbotskriterium.
  2. Musst du zahlen, um mitmachen zu dürfen? Hohe Einstiegsgebühren, Pflichtpakete oder monatliche Mindestabnahmen, die niemand braucht, sind ein rotes Tuch. Seriöse Modelle funktionieren ohne Kaufzwang.
  3. Hat das Produkt einen echten Marktwert? Würden Kunden es auch kaufen, wenn es keinen Vergütungsplan gäbe? Wenn nein, ist das Produkt nur Tarnung.
  4. Gibt es Verdienstversprechen? Wer dir schnellen Reichtum, passives Einkommen ohne Arbeit oder garantierte Summen verspricht, handelt unseriös. Seriöse Anbieter machen keine Verdienstversprechen, und zwar grundsätzlich.
  5. Wird Druck gemacht? Countdown, künstliche Verknappung, Entscheidung noch heute. Druck ist das Werkzeug derer, die einer Prüfung nicht standhalten.
  6. Ist alles transparent? Impressum, echte Ansprechpartner mit Namen und Gesicht, klare Verträge, Widerrufsrecht, gekennzeichnete Empfehlungslinks. Seriosität hat eine Adresse.

Und wo steht ALEONN in dieser Prüfung?

Transparenz vorweg: Ich bin Produkt Co-Founder bei ALEONN und empfehle das Unternehmen. Genau deshalb lege ich dieselben Kriterien an und lade dich ein, sie selbst nachzuprüfen:

  • Das Geschäft basiert auf echten Produkten für Wohlbefinden, die Endkunden bestellen, weil sie die Produkte nutzen möchten. Mein Buch Safer Life und mein Wissensmagazin bauen auf demselben Gedanken auf: erst der Mensch und sein Wohlbefinden, dann alles andere.
  • Niemand muss kaufen, um dabei zu sein, und niemand muss etwas weiterempfehlen. Kunde sein genügt.
  • Ich mache keine Verdienstversprechen. Was jemand aufbaut, hängt von seinem Einsatz ab, und auch dann gibt es keine Garantien. Wer dir etwas anderes erzählt, tut weder dir noch der Branche einen Gefallen.
  • Meine Empfehlungslinks sind als solche gekennzeichnet, mit Impressum, Namen und Adresse in Naumburg.

Mein Konzept ist bewusst das Gegenteil von Druck: Ich empfehle und nehme Menschen in ein Konzept auf, die selbst geprüft und sich entschieden haben. Wer nur auf schnelles Geld aus ist, passt nicht dazu, und das sage ich auch so deutlich.

Merksatz: Die ehrlichste Frage an jedes System lautet: Würde es überleben, wenn ab morgen niemand mehr neue Partner anwerben dürfte, sondern nur noch Produkte verkauft würden? Wenn ja, ist es ein Handelsmodell. Wenn nein, lauf weg.

Was du jetzt tun kannst

Wenn dich jemand anspricht, nimm dir Zeit, stelle die sechs Fragen aus der Checkliste und lass dir alles schriftlich geben. Ein seriöser Ansprechpartner freut sich über kritische Fragen, ein unseriöser wird ungeduldig. Wenn du meine Einschätzung zu einem konkreten Angebot hören willst, auch zu meinem eigenen, dann sprich mich direkt an. Ich sage dir auch, wenn etwas nicht zu dir passt.

WA

Winfried Altmann schreibt auf Gesundheitseffekt über Wohlbefinden, Longevity und ehrliches Empfehlungsmarketing. Aus Naumburg in Nordhessen, seit über 20 Jahren im Markt, Produkt Co-Founder bei ALEONN und Buchautor von Safer Life. Sein Anspruch: ehrlich informieren statt überreden. Mehr auf altmann24.de

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Bei konkreten rechtlichen Fragen zu einem Geschäftsmodell wende dich an einen Rechtsanwalt oder die Verbraucherzentrale. Der Autor ist Produkt Co-Founder und Vertriebspartner von ALEONN, es bestehen keine Verdienstversprechen.